ASB Magazin
Dezember 2024
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© Johanna-Marie Lösche

Engagement für ein Mittagessen in Gesellschaft

Kieler Samariterküche leistet soziale Arbeit über den Gaumen

Einmal im Monat wird beim ASB-Regionalverband Kiel eifrig geschnippelt, gerührt und gebrutzelt. Rund 40 Gäste sind jedes Mal begeistert, wenn das ehrenamtliche Team der Samariterküche zum gemeinsamen Mittagessen eingeladen hat. An den liebevoll gedeckten Tischen finden sich meist ältere Gäste ein, die vor allem mal wieder in netter Gesellschaft speisen möchten. Angesprochen werden Menschen, die aufs Geld achten müssen, ebenso wie jene, die für ein paar Stunden ihrer Einsamkeit entkommen möchten.  

Soziale Arbeit über den Gaumen – das Rezept des Küchenteams kommt gut an: „Unsere Samariter­küche hat in diesem Monat so viel Besuch gehabt wie lange nicht mehr“, freut sich Randie Förter-Barth. Ihr Teamkollege Jens Tresselt hatte Frikadellen mit Kartoffeln, Soße und Bohnen gezaubert, alles professionell vorbereitet von „Chefkoch“ Frank Bender. Der Anlass: Jeden letzten Sonntag im Monat wird ab 11.30 Uhr in der Hamburger Chaussee 90 ein kostenloses Mittagessen serviert. Kommen dürfen alle – wer kann und möchte, steckt ein paar Euro in die aufgestellte Spendendose, Pflicht ist das jedoch nicht.

Gemeinsam die Atmosphäre genießen
„In unterschiedlichsten Lebenslagen kann Einsamkeit zu einem großen Bestandteil des Alltags werden. Bei uns können sich die Menschen austauschen, verbinden und die gemütliche Atmosphäre genießen. Wenn es den Leuten gefällt und man sieht, dass sie Freude haben, ist das einfach schön für uns alle“, sagt Randie Förter-Barth, die das Projekt seit fünf Jahren ehrenamtlich koordiniert und hauptamtlich beim ASB Kiel als Assistentin der Geschäftsführung arbeitet. 

Spaß am Kochen gehört dazu
Derzeit gibt es einen festen Kern von fünf Ehrenamtlichen und vier weitere, die unterstützend dabei sind. Und was sind die Voraussetzungen, um in der Samariterküche mitzuwirken? Teammitglied Johanna-Marie Lösche, hauptamtlich Social-Media-Managerin beim ASB-Landesverband in Kiel, meint: „Uns verbinden vor allem Teamgeist und die Freude daran, etwas zu einer gemeinschaftlichen und hilfsbereiten Gesellschaft beizutragen.“ Gemeinsam mit Irma Zaddach ist sie vor allem für die Gäste, das Servieren und die Ordnung im Speiseraum zuständig. Hier werden vor dem Ansturm die Tische sorgfältig vorbereitet. 

„Es soll ja ein bisschen nett sein, denn das Auge isst schließlich mit. Die Besucher genießen es sehr, sich einfach mal verwöhnen zu lassen. Ein Hauptgericht, meist gefolgt von einem Nachschlag, wird von einem leckeren Dessert gekrönt. Dazu wird Wasser ausgeschenkt – oder wie es manche Gäste sagen, bester Gänsewein“, lacht Irma Zaddach, die schon seit vielen Jahren dabei ist. Zu ihrem Ehrenamt in der Samariterküche kam sie nach einer Ferienfahrt mit dem ASB, wo sie Spaß am Zusammensein der Samariter:innen gefunden hatte. 

Kulinarischer „Chef im Ring“ ist Profikoch Frank Bender. „Geplant wird das Menü immer mit 35 Personen, wie viele Gäste tatsächlich kommen, ist jedoch unterschiedlich. Wir freuen uns, wenn es allen schmeckt", sagt er und engagiert sich in der Samariterküche vor allem, „weil es Freude macht“. Am Herd läuft auch bei vollem Haus alles reibungslos, eifrige Hilfskräfte plus die Expertise des Kochs sorgen dafür.

Vorfreude aufs Festmenü
„Übrigens sind in der Kieler Samariterküche weitere Freiwillige immer willkommen“, berichtet Randie Förter-Barth. „Wir sind ja nicht nur sonntags im Einsatz, sondern zaubern Menüs auch schon mal zu anderen Anlässen im ASB.“ Fest steht: Am 15. Dezember wird es wieder die beliebte Weihnachts-Samariterküche geben. Die Vorfreude ist groß. Was serviert wird, hängt auch von den Spenden der Mitglieder und den Lebensmittelspenden ab. Doch das Team ist zuversichtlich und werkelt bereits hinter den Kulissen an einem Festmenü mit Ente, Rotkraut und Kroketten – für ein fröhliches Miteinander mit vielen zufriedenen Gesichtern.


Text: Alexandra Valentino