Ukrainische Rettungshunde trainieren in Berlin
Wertvoller Austausch von Trainingsmethoden und Erfahrungen aus realen Einsätzen
Zwei Wochen intensiven Trainings haben das ukrainische Rettungshundeteam Antares und die 1. Rettungshundestaffel des ASB Berlin im August miteinander durchlebt. Auf unserem Übungsgelände in Berlin-Marienfelde haben sie realistische Szenarien geübt, um Überlebende in Katastrophen- und Kriegssituationen schneller finden zu können. Ziel der Übungen war es, die Suchtechnik unter schwierigen Bedingungen weiter zu verfeinern.
Etwa 30 Freiwillige und ihre Hunde aus dem HRD- und Rescue-Team sind derzeit in der Ukraine im Einsatz. In den vergangenen Jahren hat das Team Hunderte Tote und Dutzende Überlebende gefunden – darunter Soldat:innen, Zivilist:innen, Männer, Frauen und Kinder. Die Partnerschaft zwischen dem ASB Berlin und dem ukrainischen Rettungshundeteam besteht seit über 20 Jahren. In den letzten drei Jahren hat der ASB medizinisches Equipment, Hundefutter und weitere Materialien per Lastwagen in die Ukraine geliefert, um dortige Einsatzkräfte zu unterstützen. Diese Zusammenarbeit zeigt eindrucksvoll, wie humanitäre Hilfe, ehrenamtliches Engagement und internationale Zusammenarbeit Leben retten können.
Detlef Kühn, Fachdienstleiter der Rettungshundestaffel des ASB Berlin und eine der erfahrensten Stimmen im Rettungshundewesen in der Ukraine, blickt zurück: „Während der zwei Wochen haben wir Leichen- und Lebendsuche trainiert. In der Ukraine spielt die Totensuche derzeit eine zen-trale Rolle. Die Energie der Menschen dort, wie sie ums Überleben kämpfen, ist bewundernswert. Es gibt kaum Bunkeranlagen; sobald Drohnen über die Städte fliegen, muss jede Gruppe Deckung in Sträuchern oder Böschungen finden, um zu überleben.“
Ein besonders wertvoller Aspekt des Besuchs war der länderübergreifende Wissensaustausch. Die ukrainischen Teilnehmenden gaben ihr Wissen auch zurück: In Vorträgen berichteten sie über aktuelle Einsätze, das Verhalten des Behördenschutzes in echten Kriegssituationen und darü-ber, wie lebende sowie verstorbene Personen unter extremen Bedingungen gefunden werden. Berichte dieser Art sind nicht nur lehrreich, sie stärken auch das gegenseitige Verständnis und tragen zur Weiterentwicklung der Einsatzstrategien bei.
Karina, 26, Informatikerin aus der Ukraine, nahm an den Übungen auf dem ASB-Gelände teil und beschreibt das Training unter Extrembedingungen: „Diese Trümmerteile sind perfektes Lernmaterial. So etwas können wir in unserer Stadt nicht üben. Hier konnten wir auch das Abseilen der Hunde trainieren – das war zum ersten Mal möglich. Bei uns herrscht ständig Luftalarm, da bleibt selten Ruhe.“ Ein herzlicher Dank geht an alle Freiwilligen, Hundeführerinnen und -führer, Helferinnen und Helfer für ihren beispielgebenden Einsatz.
Text und Bild: Patricia Dichtl